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ÖKO-TEST 10/2003
  Adresse: www.oekotest.de/cgi/ot/otgs.cgi?doc=30405  
  Datum: 2003-10-22  
  Kategorie: Technik  
  Index: 205  
       

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Unsichtbare Netze - zu Hause und im Büro
Funknetzwerke schaffen schnelle Kommunikation ohne Kabelsalat. Dank leicht bedienbarer Einsteigersets hält WLAN in immer mehr Wohnungen Einzug. Doch die Strahlung der Zugangsknoten ist problematisch und bei allen Geräten zu hoch.

Ein schneller DSL-Anschluss mit einem Internetzugang reicht in vielen Haushalten nicht mehr aus, wenn alle Familienmitglieder gleichzeitig surfen wollen. Es muss ein Netzwerk her, das auch den Computer im Kinderzimmer und den Laptop mit dem Web verbindet. Statt das Haus mit Kabeln zu verschandeln oder diese aufwändig zu verlegen, bietet sich ein Funknetz (WLAN - Wireless Local Area Network, kabelloses lokales Netzwerk) an. Schon für weniger als 150 Euro gibt es einen Access-Point (Zugangsknoten), der den Funkverkehr zwischen den Rechnern regelt. Kombigeräte, die zusätzlich einen DSL-Router für die Organisation des Internetzugangs enthalten, kosten etwa ebensoviel.

Für den Laien verwirrend sind die vielen ähnlich klingenden WLAN-Standards. Die Standards unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre maximalen Datenübertragungsraten und ihre Funkfrequenz.

ÖKO-TEST hat in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift PC Professionell fünf reine WLAN-Access-Points und drei Kombigeräte mit DSL-Router in der Preisklasse bis 250 Euro untersucht. Wir wollten wissen, ob von den Geräten eine permanente Strahlenbelastung ausgeht und wie leistungsfähig und abhörsicher die Access-Points sind.

Das Testergebnis

Jeweils zwei Access-Points und Kombigeräte schneiden "befriedigend" ab, drei weitere Geräte sind nur "ausreichend". Den HE102 von Netgear haben wir mit "ungenügend" bewertet, weil er deutlich zu stark strahlt.

Sieger im Praxistest ist der Belkin 54g bei den reinen Access-Points und der WRT54G von Linksys bei den Kombigeräten. Sie gehören zum 11g-Standard und haben in der Praxis einen Datendurchsatz von über 2,2 Megabyte pro Sekunde (MB/s). Dies sind rund 17,6 Megabit pro Sekunde und ein Drittel der theoretischen Höchstrate von 54 Mbit/s (ein Megabyte entspricht acht Megabit). Abgeschlagen sind dagegen die Geräte des 11b+-Standards. Sie bleiben deutlich unter einem MB/s.

Besonders bedienfreundlich ist der Belkin 54 g, aber auch die anderen Geräte lassen sich per Mausklick einstellen. Da die Sicherheitsfunktionen zunächst abgeschaltet sind, müssen auch ungeübte Bediener diese Einstellungen vornehmen können. Die Antennen lassen sich bei allen Kombi-Geräten auswechseln und beim Netgear WG602. Eine einstellbare Sendeleistung bieten der Netgear HE102 und der DI-614+ von D-Link.

Wichtig ist die Abhörsicherheit und der Schutz vor Hackern. Lässt sich der Name des Netzes (SSID - Service Set Identifier) verbergen, können Fremde sich nicht einwählen. Die Netgear-Produkte und der USR842249 bieten dies nicht. Alle Netzwerkkarten haben eine eindeutige Kennung (MAC-Adresse), sodass sich fremde Karten ausfiltern lassen. Das können alle Geräte im Test. Der Standard 802.1x erhöht die Sicherheit per Beglaubigung einer Anmeldung. Dies kann der EZ Connect g SMC2804WBR von SMC. Die Geräte mit DSL-Router brauchen zusätzliche Sicherheitsfunktionen gegen Angriffe aus dem Web. Den besten Schutz vorm Abhören bieten der DI-614+ von D-Link, der EZ Connect Turbo SMC2455W von SMC und der USR842249 von US Robotics mit jeweils 256 Bit Schlüssellänge.

Alle Access-Points sind Dauersender, die ihre Sendeleistung über die Antennen in gepulste hochfrequente elektromagnetische Strahlung umsetzen. ÖKO-TEST hält bereits eine Strahlungsstärke von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/mý) für problematisch. Der HE102 von Netgear strahlt mit 101500 µW/m² mehr als ein schnurloses Telefon und erzeugt mehr Elektrosmog als normalerweise von draußen durch Mobilfunksendemasten hereinstrahlt. Diese Strahlungsstärke liegt in einer Größenordnung, die die mit der erlaubten maximalen Ausgangssendeleistung von WLAN-Access-Points zu erzielenden Werte deutlich überschreitet. Die Werte des zweiten Netgear-Geräts, WG602, liegen ebenfalls höher als bei den anderen Geräten.

Mit zunehmendem Abstand nimmt die Strahlung ab, jede massive Wand reduziert diese außerdem um mindestens 75 Prozent. Um Dauerbelastungen zu vermeiden, ist es ratsam, den Access-Point bei Nichtbenutzung abzuschalten und Abstand zu Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmern zu halten.

Benutzer, die sich per Notebook oder PC ins WLAN einwählen, sollten zudem wissen, dass die eingebaute Funkkarte mit bis zu 15000 µW/mý in einem Meter Abstand strahlt.

In allen Platinen stecken halogenorganische Flammschutzmittel, in den Gehäusen des EZ Connect Turbo SMC2455W, des WG602 und des USR842249 steckt diese Stoffgruppe ebenfalls. In den Kabeln sind chlorierte Kunststoffe enthalten.




WLAN-Standards

Die Geräte im Test gehören zu drei verschiedenen Standards. 802.11b+ ist eine doppelt so schnelle Variante des Standards 802.11b. 11b+ schafft bis zu 22 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), indem die Geräte zwischen Senden und Empfangen umschalten (Halbduplex). 11b+ ist nicht zu 11b-Geräten kompatibel. Auf derselben Frequenz, nämlich zwischen 2,4 und 2,48 Gigahertz, arbeitet 802.11g mit einer maximalen Datenrate von 54 Mbit/s. Dieser Standard wurde erst am 12. Juni von der IEEE endgültig verabschiedet. In ein Netzwerk mit 11g-Komponenten können auch 11b-Geräte mit eingebunden werden, da der Standard abwärtskompatibel ist. Allerdings sinkt unter Umständen die Übertragungsrate für alle Nutzer.

Im Bereich ab 5,15 Gigahertz arbeitet 802.11a mit maximal 54 Mbit/s. 11a hat den Vorteil, dass dieser Frequenzbereich im Haus nur von WLAN genutzt wird, während bei 2,4 Gigahertz auch Bluetooth und die Mikrowelle senden. Mehrere WLANs am selben Ort müssen auf unterschiedlichen Kanälen senden. Bei 11a stehen acht Kanäle zur Verfügung, bei 11b+ und 11g nur drei. Die Reichweite von 11a ist in Innenräumen deutlich geringer als bei 11g, da die Wellen durch Bausubstanz stärker abgeschirmt werden.

Die theoretischen Geschwindigkeiten von 22 oder 54 Mbit/s werden praktisch nicht erreicht, doch sie reichen zum Internetsurfen, denn DSL führt mit maximal 1,5 bis 2,3 Mbit/s ins Web.


Für diesen Test haben wir mit der Zeitschrift PC Professionell zusammengearbeitet, die regelmäßig Computer, Drucker, Monitore und vieles mehr untersucht. PC Professionell erscheint monatlich und kostet am Kiosk 4,50 Euro.

Dieser Text wurde leicht gekürzt. Sie können das Heft mit dem vollständigen Beitrag bei ÖKO-TEST nachbestellen.

Autor: Doris Eddelbüttel

© 2003 by ÖKO-TEST Verlag GmbH, Frankfurt

 

    
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