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ÖKO-TEST Verlag, Frankfurt
  Adresse: www.oekotest.de  
  Datum: 2004-05-10  
  Kategorie: Technik  
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Ökotest - Notebooks . . . Bitte Abstand halten
Auszug aus dem ÖKO-TEST-Heft von Mai 2004



Mal eben eine E-Mail in der S-Bahn schreiben, unterwegs im Internet surfen, entspannt das neue Computerspiel im Flieger bezwingen - mit Notebooks kein Problem.

Die andere Seite der durchaus praktischen Geräte:

Die wackeren Klappcomputer erzeugen oft einen unschönen Mix aus elektrischen und magnetischen Feldern.


Notebooks sind schwer angesagt. Die sexy Minibüros für den mobilen Computerfreund haben den stationären Rechnern den ersten Rang in der Käufergunst abgejagt. Während die Abverkäufe der piefig-grauen Rechnerschwergewichte bestenfalls stagnieren oder gar zurückgehen, flitzt die mobile Konkurrenz mit zweistelligen Zuwachsraten über den Ladentisch.

So ist im vergangenen Jahr der Verkauf von Notebooks in Deutschland um über 50 Prozent gestiegen. Längst haben die praktischen Geräte ihren Weg auch in den Massenmarkt gefunden. Hoch aufgerüstete Notebooks finden sich zu durchaus moderaten Preisen im Angebot von Discountern wie Aldi, Lidl und Co. Technisch können die mobilen Rechner inzwischen mit ihren stationären Kollegen locker mithalten. Fixe Prozessoren mit bis zu drei Gigahertz Rechengeschwindigkeit, miniaturisierte DVD-Brenner, drahtlose Netzwerkzugänge via "Wireless-LAN"-Karten, geräumige Festplatten - alles kein Problem in der schönen, neuen Computerwelt.

Doch wie sieht es mit der Belastung durch Elektrosmog aus?

Erzeugt das Sammelsurium aus elektronischen Bauteilen nur Lifestylegefühle oder auch noch einen bunten Strahlungscocktail aus hoch- und niederfrequenten Wechselfeldern, gewürzt mit einer Prise Elektrostatik? Ein Gebräu, das dann auch der coolste Trendsetter nicht unbedingt kritiklos schlucken sollte.

Die anerkannte schwedische TCO-Norm für Bildschirmarbeitsplätze fordert eine Begrenzung der elektrischen Wechselfelder im niederfrequenten Strahlungsbereich (5 bis 2000 Hertz) auf maximal zehn Volt pro Meter (V/m) im Abstand von 30 Zentimetern. Bei magnetischen Wechselfeldern im niederfrequenten Bereich darf ein Wert von 200 Nanotesla (nT) im Abstand von 30 Zentimetern nicht überschritten werden. Die Einhaltung von noch schärferen Richtwerten fordert die TCO-Norm im Bereich der hochfrequenten Strahlung (2 bis 400 Kilohertz). Hier wird sogar nur ein Volt pro Meter, bzw. 25 Nanotesla im Abstand von 30 bzw. 50 Zentimetern als vertretbare Grenze angesehen. Zusätzlich fordert die Norm eine Höchstgrenze für Elektrostatik. Für diese elektrischen Gleichfelder liegt die Grenze bei 500 Volt pro Meter.


Wir haben acht unterschiedliche Notebooks aller Preisklassen in die Messlabore geschickt und dort auf Elektrosmog und problematische Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis


Nur ein Gerät im Test, das mit dem neuen Betriebssystem Mac OS X 10.3 Panther ausgerüstete Notebook iBook G4 des Herstellers Apple, hält alle TCO-Grenzwerte ein und darf sich deshalb mit der Note "sehr gut" in der Strahlenmessung schmücken. Drei Notebooks warten mit einem "befriedigenden" Ergebnis auf, drei weitere sind nur "ausreichend", eins leider "mangelhaft".

Bis auf das iBook G4 überschreiten alle Notebooks die TCO-Werte für hochfrequente elektrische Wechselfelder. Dabei ist es unerheblich, ob die Geräte mit Akku oder Netzteil betrieben werden. In beiden Betriebsmodi liegen die gemessenen Werte bis zu zehnfach über der Norm.

Die drei mit "ausreichend" bewerteten Notebooks Medion Notebook Titanium MD 41300, Samsung X30 WVC 1700 und Vaio PCG-GRT916Z von Sony zeigen nicht nur überhöhte Werte bei den hochfrequenten, elektrischen Wechselfeldern, sondern auch bei den elektrischen Wechselfeldern im niederfrequenten Bereich. Die Belastung mit Elektrosmog im Netzbetrieb ist hier 40mal höher als die TCO-Vorgaben. Werden die Geräte dagegen mit Akku betrieben, bleiben sie im unbedenklichen Bereich.

Gleich in vier Bereichen über den Grenzwerten lag das deshalb in der Strahlenmessung "mangelhafte" Notebook Inspiron 510m von Dell.

Erfreulich das Bild bei der Elektrostatik. Die statische Aufladung der Notebooks blieb in allen Fällen unterhalb der Normwerte von 500 Volt. Elektrischer Funkenschlag beim Berühren der Türklinke nach Notebook-Nutzung sollte also nicht auftreten.

Alle Notebooks im Test arbeiten mit modernen, schadstoffarmen Lithium-Ionenakkus. Umstrittene halogenorganische Flammschutzmittel finden sich auf den Platinen aller Notebooks. Umweltschädliche chlorierte Kunststoffe verstecken sich bei allen Geräten in Kabel und Isolierungen.Wir haben die Notebooks nur auf Elektrosmog und bedenkliche Inhaltsstoffe untersucht und vergeben deshalb kein Gesamturteil.

So haben wir getestet

Unsere Sachverständigen, die Baubiologen Wolfgang Maes und Dr. Thomas Haumann, haben alle Elektrosmogmessungen praxisnah und in Anlehnung an die von der schwedischen TCO-Norm geforderten Messmethoden durchgeführt.

Bevor die Messungen zur Elektrostatik begannen, stand das Notebook im ausgeschalteten Zustand mindestens sechs Stunden im Messraum. Vor Messbeginn wurde der Bildschirm mit einem leitfähigen Kohlenstofffaserpinsel abgewischt. Nachdem das Gerät 20 Minuten eingeschaltet war, erfolgte die Messung.

Die elektrischen und magnetischen Wechselfelder wurden in 30 bzw. 50 Zentimeter Abstand von Bildschirm und Tastatur durchgeführt. Dabei ist nicht nur der Mittelpunkt der Notebooks, sondern die gesamten Oberflächen abgescannt und die jeweiligen Feldstärkespannen ermittelt worden. Berücksichtigt wurden in allen Fällen nur die jeweiligen Spitzenwerte der durchgeführten Messungen.

Vorsicht, Wireless-LAN

Viele der heute erhältlichen modernen Notebooks sind mit serienmäßig eingebautem oder per Funkkarte nachrüstbarem Wireless-LAN ausgerüstet. Diese Technik ermöglicht den drahtlosen Internetzugang oder die Einbindung des Rechners in ein drahtloses Netzwerk.

Doch die WLAN-Funktechnik ist eine zusätzliche Quelle von Elektrosmog. Sofern eine WLAN-Karte eingebaut ist, starten die meisten Notebooks bereits beim Hochfahren einen Kontaktversuch zum nächsten Access Point (Zugangsknoten). Das geschieht entweder ständig oder in relativ kurzen Suchintervallen und vor allen Dingen auch dann, wenn Sie gar keine Verbindung zum Internet oder Netzwerkserver suchen. Dieser zusätzliche Posten an Elektrosmog kann vermieden werden, indem WLAN nur dann aktiviert wird, wenn man es wirklich braucht. Deaktivieren lässt sich die WLAN-Funktion meist relativ einfach über die Taskleiste des Rechners. Genaueres zur jeweiligen Vorgehensweise finden Sie in der Anleitung Ihres Notebooks.

Autor: Volker Weitz



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