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Bürgerinitiative erzielt erste Erfolge
Berichte in der Presse
Anfang letzten Jahres, nach denen am Mutzenreiswald ein
Richtfunkturm entstehen soll, sowie die kurz darauf anrückenden
Messtechniker mit Kranwagen machten einige Anwohner hellhörig.
Nachfragen bei Gemeinderäten ergab, dass sie davon nichts
wussten.
Kurz darauf trafen sich
besorgte Bürger aus der Parksiedlung und dem Zollberg zu einer
Info-Veranstaltung mit Unterstützung des Mobilfunk Bürgerforums.
Sehr schnell zeigte sich, wie hochkomplex das Thema Mobilfunk
tatsächlich ist. Es gab jede Menge Fragen zu klären und
Aufgaben anzupacken. „Durch die beharrliche Arbeit der
Anwohner und ihrer Aktivitäten haben wir inzwischen erste
Erfolge erzielt“, berichten Angela Fahrion und Martin Bott,
Sprecher der Initiative. Am 10. März sammelten sie mit einem
Info-Stand am Sendemast in wenigen Stunden über 200
Unterschriften und haben sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung
erhalten.
„Wir sehen uns in
unserem Vorwurf der Geheimdiplomatie an die Adresse der
Betreiber gerichtet bestätigt: Während beim Grundstückseigentümer
die Verträge für Handysender unterschriftsreif auf dem Tisch
liegen, wurde die Stadt Ostfildern der Ahnungslosigkeit überlassen.“
Doch dieses Spiel wurde durch die sehr sachliche Öffentlichkeitsarbeit
der Initiative durchkreuzt! Der Eigentümer zeigt inzwischen
grosses Verständnis für die Sorgen der Anwohner und hat
versichert, keine Sektorenantennen auf seinem Grundstück zu
zulassen. Auch Bürgermeister Fahrlaender bestätigte am 28.03.,
dass keine Mobilfunkanlagen genehmigt sind und die Betreiber den
Verzicht hierauf zugesagt hätten.
„Dieses Ergebnis ist für
uns sehr ermutigend, andererseits besteht kein Grund zur
Entwarnung. Das Hase und Igel-Spiel geht jetzt in die zweite
Runde. Wir halten nichts vom Sankt-Floriansprinzip. Wir brauchen
eine Gesamtlösung, um die Strahlenbelastung für alle auf ein
akzeptables Minimum zu senken“, erklären die Sprecher der
Initiative. Doch zu einem Gesamtkonzept, erarbeitet von unabhängigen
Experten, konnten sich die Gemeinderäte Esslingens und
Ostfilderns mit Ausnahme der Grünen noch nicht durchringen.
Immerhin hat sich der Gemeinderat in Esslingen eine Denkpause
verordnet und Anträge für neue Sender erstmal auf Eis gelegt.
Wolfram König, Präsident
des Bundesamtes für Strahlenschutz, hat sich inzwischen sehr
deutlich für eine Minimierung der Strahlenbelastung im Sinne
des Vorsorgeprinzips ausgesprochen und warnt: Kinder und
Jugendliche unter 16 Jahren sollten möglichst gar nicht mit dem
Handy telefonieren. „Der Schutz der Gesundheit der Menschen,
die den Mobilfunk selbst nutzen, aber auch derjenigen, die in
der Nähe von Sendeanlagen wohnen, muss sichergestellt sein. ...
Die nüchterne Bewertung des Erkenntnisstandes zeigt, dass
wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Risiken tatsächlich
bestehen. Ein "Nicht-Sehen-Wollen" bzw. das
"Wegdiskutieren" dieser Erkenntnisse mag kurzfristig
vielleicht helfen - langfristig wird es nicht zur Akzeptanz der
technischen Infrastruktur beitragen.“
„Das bestätigt unser
Anliegen“, erklärt Angela Fahrion. „Das Entstehen von vier
Initiativen allein in Esslingen in relativ kurzer Zeit sollte
die Stadtväter nachdenklich stimmen, anstatt sich hinter
Grenzwerten zu verstecken. Bundesweit gibt es über 11.000
Initiativen und mit jeder Mobilfunkanlage werden es mehr. Leider
ist bisher von Betreiberseite wenig Bereitschaft zur Kooperation
erkennbar. Solange in Grenzwertkommissionen der Einfluss der
Industrie dominiert wird keine Vertrauensbasis zu schaffen sein.
Wird die bisherige Praxis beibehalten werden wir Betroffenen die
Teilnahme an der „Aktion Blutbilduntersuchung“ empfehlen.
Wir möchten alle ermutigen, sich frühzeitig zu informieren und
aktiv zu werden. Wer wartet bis die Antenne aufs Dach geschraubt
wird hat kaum noch Chancen Einfluss zu nehmen
- wer spielt
schon gerne unfreiwillig Versuchskaninchen.“
Info-Veranstaltung
„Grenzwerte schützen uns nicht“: 24.04. 19 Uhr im Foyer der
Zollberg-Realschule, mit Vortrag von Dr. Matthes Haug (Tübingen),
Physiker mit Fachgebiet Wirkung elektromagnetischer Felder auf
biologische Systeme.
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